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Gedenkstätte statt Abriss "Am Hochkreuz" Weitere Informationen

Foto: Noch stand bis zum 11. Januar die "Schlosserei" (im Bild), eine perfekte Ausstellungs- und Veranstaltungshalle mit historischer Substanz, aktuell stehen nur noch die Baracken an der Frankfurter Straße. Wir müssen realistisch unsere Forderungen und Pläne anpassen. Die "Porzer und Porzerinnen für eine Gedenkstätte" streben lebendige Erinnerungskultur an.
 
Neues zum Thema "Gedenkstätte statt Abriss" In Porz soll ein "Frühes KZ" verschwinden
Die "Frühen KZ" gehörten zu den wichtigsten Instrumenten der NS zur Durchsetzung ihrer Diktatur 
07.02.23 Überblick
Die Petition hat nun 200 Unterschriften, Petition: Frühe KZ, SA Folterzentrum in Köln Porz, Gedenkstätte statt Abriss | WeAct (campact.de)
06.02.23
Es ist bei den Kollegeinnen und Kollegen von report -k wieder ein Artikel zum Thema erschienen:
https://www.report-k.de/sa-lager-hochkreuz-kulturdezernent-charles-in-de...
 
5.02.23 
Das Gebäude das vom Besitzer Stadt Köln als "bedauerlicher bereits niedergelegt" erklärt wurde, erstand wieder auf! Nun könnte es doch als Gedenkstätte genutzt werden, was für ein Glück 
 
Porzer Aktionskünstlerinnen und - künstlern gelang heute das "Wunder von Porz" 
In einer spontanen Performance gelang des durch den altbekannten Zauberspruch der Porzer, ein Gebäude aus der Vergangenheit (48 Stunden) zu replizieren.
Es erschien bezeichnend mit dem Spruch "Gedenkstätte statt Abriss" aus der 4. Dimension.
Der ernste Hintergrund, das Gebäude wird wahrscheinlich dennoch abgerissen für eine Straßenverbreiterung die wahrscheinlich niemals kommt.
Porz: "Gedenkstätte statt Abriss!" | Porzer Illustrierte NRW Porz Köln (porz-illu.de)
04.02.23 
Der Rückhalt in Porz ist sehr stark für die Forderung nach Erhalt der Originalgebäude und nach einer Gedenkstätte. Sowohl aus der Bevölkerung, den Vereinen und den Parteien kommt inzwischen positives Feedback und Unterstützung.
Die "Vernetzung der Porzer Bürgervereine“ hat einen offenen Brief an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die Kölner Ratsfraktionen und die Mitglieder der Bezirksvertretung Porz geschrieben. Sie fordern eine Gedenkstätte für das wilde SA-Lager am Hochkreuz. Die vernetzten Bürgervereine sind in Porz eine wichtige Stimme, sie erreichen nach eigenen Angaben rund 2.000 Mitglieder. Es ist die Kooperation zwischen den Bürgervereinen Gremberghoven, Libur, Porz-Mitte, Poll, Wahn-Wahnheide-Lind, Urbach, Zündorf, der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven und dem Förderkreis Rechtsrheinisches Köln.

Die Bezirksvertretung fordert mit Ausnahme der AfD und der FDP eine Überprüfung der geplanten Verbreiterung der Frankfurter Straße und somit erst einmal einen Stopp der Maßnahme.

Die Planungen sind aus 2008 und offensichtlich veraltet, weder auf dem Stand der aktuellen Erfordernisse noch entsprechen sie neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Damit wäre ein Stopp und eine Zeit der Neuplanung anberaumt.
Die Petition erreicht bislang knapp 200 Unterschriften, liegt wahrscheinlich daran, das die meisten Gebäude bereits abgerissen wurden. Bedeutet aber nicht dass es sinnlos wäre zu unterschreiben. Stand heute steht immer noch das "Pförtnerhaus" das ehemalige "Verhörzimmer" sowie eine Nebenhalle. natürlich müssten diese Gebäude saniert werden. Trotzdem unterschreiben
Petition: Frühe KZ, SA Folterzentrum in Köln Porz, Gedenkstätte statt Abriss | WeAct (campact.de)
04.02.23
Der zuständige Beigeordnete für Kunst und Kultur" der Stadt Köln Herr Charles schreibt an die Porzer und Porzerinnen für eine Gedenkstätte (Dr. Klaus Schäfer)
"Im konkreten Fall der Gebäude am Hochkreuz in Porz ist die historische Bedeutung unzweifelhaft."
 "Anfang Januar 2023 sind die beiden in Privatbesitz befindlichen Gebäude im hinteren Teil des ehemaligen Lagergeländes niedergelegt worden, mittlerweile ist auch die Niederlegung des ehemaligen Pförtnerhauses auf städtischem Grund erfolgt"
"Selbstverständlich wird es nicht bei einer Fotodokumentation des Ortes bleiben: Das NS-DOK bereitet derzeit die Errichtung eines Erinnerungszeichens und einer historischen Information am Ort vor. Dort sollen mit analogen und digitalen Mitteln die historische Bedeutung des Geländes vermittelt werden und ein Gedenkzeichen für die dort Misshandelten entstehen – und dies in engem Austausch mit den Porzer Bürger*innen."
Faktencheck: Tatsächlich stehen aber die Gebäude an der Frankfurter Straße nach wie vor.
Das Pförtnerhaus in dem Verhöre stattfanden steht noch. Ebenso eine Halle daneben. Somit stünde nach wie vor der Umsetzung der Forderung "Gedenkstätte statt Abriss" nichts im Wege.
Diese beiden Bauten würden nach wie vor eine authentische lebendige Erinnerungskultur im Stadtbezirk ermöglichen, die sicherlich weit wertvoller sind als ein Erinnerungszeichen. Porzerinnen und Porzer haben angeboten ein solches Zentrum mit Leben zu füllen.
Der Bezirk Porz fordert die Prüfung ob und wie die Frankfurter Straße überhaupt verbreitert werden soll. Die Pläne sind 15 Jahre alt, ohne Radweg, mit "Angstraumplanung" zudem gibt es japanische Forschungsergebnisse die besagen, das eine verbreiterte Straße eher mehr Verkehr anzieht.
Damit stünde eigentlich dem Erhalt der städtischen Gebäude nichts mehr im Wege.
Ankündigung für 06.02.23
Voraussichtlich am 6.02.23 wird ein Bericht in der Lokalzeit Köln erscheinen (WDR Fernsehen)
03.02.23
"Express die Woche" berichtet allerdings gibt sie mehr oder weniger die Position des Beigeordneten Charles wider.
Stand 26.01.23
Es gab nun ein starkes Presseecho auf Kölner Ebene. 
Porzer Bürgervereine machen Druck zur „Gedenkstätte wildes SA-Lager am Hochkreuz“ - Report-K
Die Stadtrevue berichtet auf einer Seite in der Februarausgabe 2023 
Der KStA hat berichtet und die Position der Stadt dargestellt.
Eine besonders freudige Überraschung ist die Berichterstattung unserer Kolleginnen und Kollegen der rheinland-reporter
Exklusiv: Das Folterhaus der Nazis in Köln - Rheinland Reporter - Geschichten bringen Licht ins Dunkle (rheinland-reporter.de)
Kommunist starb nach Folter im Haus der Nazis - Rheinland Reporter - Geschichten bringen Licht ins Dunkle (rheinland-reporter.de)
 
Stand 25.01.23: Jochen Geis
Das NS DOK wird in den kommenden Wochen eine Vortragsveranstaltung zur NS Geschichte in Porz unter Berücksichtigung des Lagers Am Hochkreuz anbieten.
Interessierte Bürger werden eingeladen sich an einer Diskussion über die Ausgestaltung eines Erinnerungszeichens und der historischen Information zu beteiligen.
Die "Porzer und Porzerinnen für eine Gedenkstätte" sind über den Abriss empört und sind der Meinung dass eine Stele an dieser Stelle nicht ausreichend ist. Ein Hinweisschild des Kulturpfades ist vor Jahren ersatzlos an dieser Stelle verschwunden. Die Porzer erarbeiten ein erweitertes Konzept. Ein Schild mit einem QR Code wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Es muss die lokale Angelegenheit der Porzer und Porzerinnen sein die lokale Geschichte angemessen zu pflegen aufzubereiten und zu kommunizieren. Kultur und Didaktik, Zusammentreffen, Information und Austausch gehören nun einmal zu einem lebendigen Gedenken.

Gedenkstätte statt Abriss! nun "Kultur- und Gedenkstätte wider den Abriss!"
Die Zeitzeugen sterben nun langsam aber sicher alle weg, das was bleibt sind Gebäude der Erinnerung, sind die Lieder des Widerstandes, Berichte, Romane, Erzählungen der Zeit. Vielleicht noch Film und Tonaufnahmen, Zeitdokumente und wissenschaftliche Dokumentation. Es bleiben die Gebäude mit authentischem Bezug. Es geht nicht um die Sonntagsreden, es geht darum wirklich etwas zu lernen. Der Ort ist für Porz, das Bergische und das rechtsrheinische Köln sehr wichtig. Hier sollte ein lebendiger Kultur- und Gedenkort entstehen, der den Schülerinnen und Schülern wirklich etwas fürs Leben mitgibt! 
 
Schülerinnen und Schüler des Maximilian Kolbe Gymnasium in Porz Wahn haben eine sehr schöne Übersicht zu dem Lager erstellt, ein Großteil der Gebäude ist inzwischen abgerissen, jedoch hofften wir bis zum 10.1. immer noch die "Schlosserei" vor dem Abriss zu bewahren. Am 11.1. wurde die Schlosserei abgerissen. Die Arbeit der Jugendlichen demonstriert eindrucksvoll die Bedeutung des Ortes bis heute, es wäre wichtig diesen Anknüpfungspunkt zu entfalten. Es gilt nun ein Konzept zu entwickeln, wie wir den Abriss mit einer Ausstellungs- und Veranstaltungshalle lebendig kontern können.
http://minderheiten-in-porz.de/minderheitenbeta/main/produktionstagebuch...
Es ist tatsächlich so, dass dieses Anliegen eigentlich allen aufgeklärten Bürgern in unserem Stadtbezirk sehr wichtig ist. Daher auch der tolle Bericht des Schülerprojektes. Seit Mitte der 80er Jahre ist das Thema Gedenkstätte auf dem Tisch. Das Gelände wurde bis 2022 vom Porzer Unternehmen "Ruß Papier" genutzt, die Gebäude sind in entsprechend intaktem Zustand.
Die "Porzer Freundinnen und Freunde für eine Gedenkstätte" werden nun eine Internetseite mit Informationen und Materialien zum Thema erstellen. Dort können Unterschriftensammlungen heruntergeladen werden uns so weiter. Natürlich unterstützt die porz-illu all dies.
Seit dem 12. Januar 2023 lautet unsere Parole, unsere Forderung "Kultur- und Gedenkstätte wider den Abriss!" Die Schlosserei wurde abgerissen, vor dem Zeitplan überaus schnell.
Unser Ziel kann kurzfristig, mittelfristig oder aber auch langfristig erreicht werden. Wir haben einen sehr, sehr langen Atem.
Die Petition muss natürlich entsprechend abgewandelt werden.
Hier noch einmal der Link zur Petition Stand 11.1.23:
https://weact.campact.de/petitions/fruhe-kz-sa-folterzentrum-in-koln-por...
 
Inzwischen sind in Köln zahlreiche Menschen von uns informiert und alarmiert worden, es braut sich in der Stadt gehöriger Unmut zusammen über diesen Abriss.
Nun stehen einige Aktionen vor Ort an. Es werden nun Unterschriften gesammelt usw. es soll eine Mahnwache geben und als letztes Mittel käme eine Besetzung in Frage. Das wäre allerdings ein hilfloses Mittel da mit Sicherheit geräumt und eigentlich nichts erreicht wird. Nein der Druck auf die Entscheider muss sehr schnell nun sehr groß werden, der Abriss ist im vollen Gange. Der Druck darf aber auch nicht nachlassen nachdem gut möglich alles abgerissen wurde, im Gegenteil wir werden ihn systematisch erhöhen.
 
Die Kölner können sich ihr Label "weltoffen" an die Backe schmieren wenn sie wichtige antifaschistische Gedenkorte einfach ohne weitere Planung abreißen lassen... für eine unzeitgemäße Straßenverbreiterung zudem!
Das mit dem "weltoffen" funktioniert nur, wenn man selbst eine Geschichte hat, auf die man sich positiv beziehen kann.
Worum geht es?
Für das ers­te Jahr der NS-Herr­schaft las­sen sich für das gesamte damalige "Deut­sche Reich" min­des­tens 70 La­ger, 30 so­ge­nann­te Schutz­haft­ab­tei­lun­gen in Jus­tiz- und Haft­an­stal­ten so­wie 60 Haft­stät­ten der Ge­sta­po, der SA und der SS feststellen.
Hin­zu kam, vor al­lem im Früh­jahr 1933, ei­ne bis­lang nicht fest­ge­stell­te Zahl von Fol­ter­stät­ten in Kel­lern, Ka­ser­nen und so­ge­nann­ten Sturm­lo­ka­len.
Von Fe­bru­ar bis April 1933 hielt man in die­sen Haft­stät­ten über 45 000 Men­schen (über­wie­gend Män­ner) ge­fan­gen.“
Für den 15.4.1933 lie­gen Schutz­haft­zah­len für den Be­reich des Hö­he­ren Po­li­zei­füh­rers im Wes­ten vor: 
Straf­voll­zug­s­amt Köln: 1.360 Per­so­nen
Straf­voll­zug­s­amt Düs­sel­dorf: 1.975 Per­so­nen
Brau­wei­ler: 260 Per­so­nen
Diese Zahlen sind selbstverständlich nicht vollständig.
Die Zahl in Düsseldorf war deshalb so hoch da dort die KPD ihre Hochburgen hatte, auch der heutige Rhein Erft Kreis hatte antifaschistische Hochburgen. In Köln war es vor allem Kalk und Mülheim, Teile der Südstadt und Ihrefeld. In Porz waren es Porz, Urbach, Eil und  vor allem Wahnheide. Wahnheide war seit der Novemberrevolution "Pilgerort" der Revolution im Rheinland. Dort wurden die Helden der Revolution Max Reichpietsch und Albin Köbis hingerichtet.
Die Antifaschisten aus Porz, dem Bergischen (hierzu gehörte Porz damals) und teilweise auch aus Kalk, Mülheim, Köln wurden "Am Hochkreuz" gefoltert.
Von den Inhaftierten aus Porz sind die nachstehenden namentlich bekannt:

Heinrich Berger

Theo Höngesberg

Johann Röske

Jacob Breuer

Heinrich Klein

Peter Schmitz

Karl Clemens

Heinrich Köhlbach

Gerhard Stockhausen

Matthias Diegel

Josef Kurscheid

Johann Vollberg

Fritz Einighammer

Peter Lambertz

Mathhias Vollberg

Matthias Faust

Matthias London

Paul Weber

August Geilhausen

Michael London

Josef Weiß

Paul Geilhausen

Engelbert Lommersum

Paul Wichelhaus

Heinrich Graf

Matthias Mombauer

Josef Wolf

Franz Heiden

Matthias Neu (an den Folgen der Folter verstorben) 

Ernst Wunderlich

Jean Heiden

Peter Piel

 

 
Wie dem Widerstand gedenken? | Porzer Illustrierte NRW Porz Köln (porz-illu.de)
 
 
Weitere frühe Folter Orte in der Nachbarschaft:
Die Stadt Bergisch Gladbach erinnert auf ihrer Homepage an die Vorkommnisse in den Stella Werken: https://www.bergischgladbach.de/stellawerk.aspx
Im Rheinland Porz: SA Folterzentrum vor dem Abriß, Widerstand! (porz-illu.de)
Die ARD hat eine Dokumentation zu diesem Thema Die Sendung vom 24.01.2022 aus ARD History steht in den Mediathek zur Verfügung: hier
 
Bundesweit 
Sachsen Frühe KZ  Sächsische Gedenkstätten
"Seit den Reichstagswahlen im März 1933 richteten die Nationalsozialisten reichsweit 60 bis 100 Konzentrationslager und über 30 „Schutzhaftabteilungen“ in Justiz- und Polizeigefängnissen ein. In ihnen waren 1933 insgesamt über 80 000 Menschen kürzere oder längere Zeit inhaftiert. Bei den Verhafteten handelte es sich ganz überwiegend um Kommunisten, Sozialdemokraten oder Gewerkschafter, darunter Landtags- und Reichstagsabgeordnete, Parteifunktionäre, Journalisten, Rechtsanwälte und Künstler. In weitaus geringerem Umfang wurden auch „Zeugen Jehovas“, Homosexuelle oder „Gewohnheitsverbrecher“ inhaftiert. Auch „asoziales Verhalten“, „Arbeitsscheu“ und „Trunksucht“ dienten als Begründung für die Verhängung von „Schutzhaft“. Formale Rechtsgrundlage für diesen außergerichtlichen Freiheitsentzug war die von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 28. Februar 1933 erlassene „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“. Diese Verordnung setzte die Grundrechte außer Kraft."
 
 
 
 

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